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Schlechter Mensch?

Ich ging einmal gerne zur Arbeit, voller Idealismus und Tatendrang.

Heute hasse ich meinen Job.

Und gebe trotzdem noch alles.

Ich lache nicht mehr in der Arbeit, ich mache keine Späße mehr, aber ich gebe hundert Prozent und mehr.

Und ärgere mich manchmal, weil andere weit weniger geben.

Und ich ihr Minus mit einem Plus von mir ausgleichen muß.

Ich arbeite sehr schnell.

Aus Angst, über mich könnte geredet werde, ich sei zu langsam.

Da ich dick bin, hab ich Angst, als langsam abgestempelt zu werden.

Ich arbeite doppelt so schnell wie manche meiner Kolleginnen.

Ich verstehe mich mit meinen Kolleginnen.

Ich verstand mich mit ihnen.

Durch den stetigen Streß wurde ich öfter mal krank.

Zwei Mal im Jahr in etwa.

Letztes Jahr war ich mal für drei Wochen krank, im Oktober, da war ich auch im Krankenhaus, war also nichts Harmloses.

Und jetzt im Jänner bekam ich eine Mittelohrentzündung. Mit Fieber.

Und blieb eine Woche zu Hause.

Als ich wieder arbeiten ging, wurde mir erzählt, was über mich getratscht wurde.

Von den Kolleginnen, die mir ins Gesicht lachen und heile Welt spielen.

Ich war ja gar nicht krank, ich hatte nur keine Lust zu arbeiten.

Und das, obwohl ich von der Arbeit nach Hause geschickt wurde, weil ich fast kollapiert bin.

Sowieso kein Wunder, ich bin ja so faul, weil ich so fett bin, dass ich nicht einmal meinen Arsch um die Ecke heben kann.

Außerdem bin ich schlampig, denn wer so schnell arbeitet, kann nur schlampig sein.

Das wurde von derjenigen gesagt, die immer mit mir zusammenarbeiten will, weil sie weiß, dass sie mit mir immer in der Zeit fertig wird.

Eine hat sich für mich eingesetzt: “Was habt ihr denn gegen sie? Die ist doch in Ordnung?“

Die Antwort lautete: „Ach, du kennst sie nur nicht, das ist eine ganz Arge.“

 

Ich fiel aus allen Wolken.

Ich war verzweifelt.

Ich bin im Moment wieder krank, meine Lunge, meine Nase, mein Rachen, meine Stirnhöhlen, alles voller Eiter.

Ich nehme zwei mal täglich Antibiotika.

Als meine Ärztin mich angesehen hat, war sie schockiert und hat mich sofort zum Röntgen geschickt.

 

Aber ich gehe nicht in Krankenstand.

Noch einmal halte ich das nicht durch.

Ich werde jetzt auf Wunsch meiner Vorgesetzten auf eine andere Station versetzt.

 

Bin ich denn wirklich ein so schlechter Mensch?

 

(2002)

20.1.08 15:04


fett

Abnehmen ist doch ganz einfach, ein bisserl Diät halten, ein bisserl Sport, schon ist man drei Kilo los.
Ha!
Denkste!
Ein harter Kampf ist es, in dem du dir nicht EINEN Fehler erlauben darfst. Gibst du auf und denkst dir "scheiße, eh alles für nix", ist es schon vorbei. Wirst zum Gelächter deiner Mitmenschen, verzweifelst an Dir selbst.

Kannst dich selbst nicht mehr im Spiegel ansehen.


Und ich rede nicht von den magersüchtigen Hungertürmen, die glauben, ihre 40 Kilo seien noch 10 zuviel. Ich rede von 50 Kilo zuviel Lebendgewicht am Leib. Durch die verdammte Pille rauf und nie mehr runter.
Da hilft kein Flennen, kein Beten, kein Schreien, kein Toben. Statt weniger wird immer mehr, denn man gibt viel zu schnell auf. Zwei Wochen hungern für 2 Kilo? Da geh ich liebe anständig essen und hab mehr davon.
Dann gehst du einkaufen, weil du echt schon dringend Klamotten brauchst. Wer schon fett ist, darf nicht abgetragen herumrennen. Hast das Shoppen immer wieder verschoben. "Mach ich, wenn ich abgenommen habe". Darauf kannst du lange warten! Du nimmst nicht ab. Nie wieder! Zahlst Mitgliedschaft für´s Fitneßcenter, damit du dich nicht hingehen traust, weil dort alle superschlank und sportlich sind. Und du schwitzt am Laufband bei der niedrigsten Stufe wie ein Depp.
Kriegst beim Einkaufsbummel Depressionen, denn nichts, was dir gefällt, paßt dir. Und was dir paßt, sieht scheiße aus. Machst dich dann fesch zum Fortgehen, fühlst dich gut, fühlst dich normal. Schaust in den Spiegel und verzweifelst.Hast ein schlechtes Gewissen gegenüber deinem Partner, der dir nie sagt, daß er dich zu dick findet, aber doch Andeutungen macht. Die dich verletzen, weil sie dir ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühle machen.
Hundert Mal nimmst du dir vor: Ich eß nichts mehr. Reine Illusion, essen ist eine Sucht, eine Droge. Bin innerlich zu schwach, geht nie länger als eine Woche gut. Sogar die Ärztin schimpft mit dir. Und wegen der Lebensversicherung kriegst du Probleme, das Gewicht ist ein zu großer Risikofaktor, der nicht übersehen werden darf.
Abnehmen ist ganz einfach. Pah, beweis es mir. Ich habe jahrelange Praxis im Nichtabnehmen, jahrelange Erfahrung in Spott, Schuldgefühlen und Verzweiflung, Jahre voll Tränen, voll Karotten und Schokolade. Fett, tja, ein Leben lang, keine Hoffnung, nur Depressionen. Urteil lebenslänglich, schwerste Folter, ohne Bewährung, ein Kerker ohne Wiederkehr.
20.1.08 15:02


Toleranz

Da lebt man in einer Welt, in der Toleranz ganz groß geschrieben wird, jedem und allem gegenüber muß man tolerant sein. Ansonsten wird man beschimpft und gemieden. Aber wie ist es, wenn man selbst jemand ist, dem gegenüber man tolerant sein sollte? Darf man sich diese Tugend von seinen Mitmenschen erwarten? Nein! Ich habe die Erfahrung gemacht, daß genau die, die im lautesten für Toleranz schreien, diejenigen sind, die sie am wenigstens praktizieren
Ich habe eine Bekannte, die sich irrsinnig für die Homosexuellen einsetzt. Wehe, Du sagst in iherer Gegenwart nur ein falsches Wort über Schwule, da kratzt sie die die Augen aus. Aber daß ich dick bin, das hält sie mir dauernd vor. Wenn ich in ihrer Gegenwart etwas esse, daß mehr als 0,3% Fettanteil hat - manno, da kann ich mir was anhören! Fette dürfen prinzipiell NIEMALS etwas essen, daß dick machen könnte. Daß das so nicht funktioniert, ist eine andere Geschichte. Aber nun beim Thema Toleranz zu bleiben.
Selbst meine Chefin hat mich schon zu ihr ins Büro geholt und mir nahegelegt, doch abzunehmen (wobei sie mir natürlich nicht zu nahe treten wollte), denn mit meinem Körpergewicht bin ich sicher nicht so leistungsstark wie andere. Wahnsinnig tolerant, denn ich schöpfe wie ein Pferd und schaffe sicherlich und nachvollziehbar mehr als so manch Schlanker in meinem Team.
Genausolche Erlebnisse hatte ich in Bezug auf meinen Glauben. Als ich meinem Chef sagte, daß ich nicht zur firmeninternen Weihnachtsfeier komme, weil da schon Sabbat ist, hat er mich angefahren und mir einen Vortrag gehalten, der sich gewaschen hat! Auch von Kollegen wurde ich schon beschimpft und verspottet, obwohl ich ganz sicher niemanden mit meinem Glauben belästige. Soweit also zur Toleranz.
Ich werde gedemütigt, verspottet, angefahren, teilweise körperlich angegriffen, aber wehe ich bin nicht tolerant anderen gegenüber!
20.1.08 13:21


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